Haute Horlogerie, spannende Komplikationen und sündhaft teuer Sportuhren – all das vereint das traditionsreiche Unternehmen Audemars Piguet seit mittlerweile mehr als einem Jahrhundert. An Hotelbars, im Büro einer Investmentbank oder im Yachthafen wird man einige Modelle antreffen, beispielsweise die Royal Oak Offshore oder die Millenary.

Audemars Piguet zählt zu den feinsten Schweizer Uhrenmarken und bewegt sich bewusst im Luxusuhren-Segment. Manufaktur-Kaliber mit Grande Complication und Tourbillon lassen die Preise für die Armbanduhren weit in den 6-stelligen Bereich steigen. Die Geschichte von Audemars Piguet und die wichtigsten Kollektionen lernst du jetzt kennen.

Audemars Piguet – Beginn einer legendären Marke

Inoffiziell gegründet wurde die weltweit bekannte Uhrenmanufaktur mit Sitz in Le Brassus in der Schweiz bereits im Jahre 1875 von Jules-Louis Audemars mit dem Ziel, edle Zeitmesser anzufertigen. Bereits in der Anfangsphase wurde er dabei von seinem Freund Edward-Auguste Piguet unterstützt, der wie Audemars, eine Ausbildung in der Uhrenherstellung absolviert hatte.

Nach wenigen Jahren, im Jahr 1881, entschieden sich die beiden, die Firma Audemars Piguet & Cie. ins Leben zu rufen, die Zu Beginn ausschließlich Taschenuhren mit verschiedenen Komplikationen produzierte und sich so bereits einen Namen in der Uhrenbranche machen konnte. Dazu gehörten beispielsweise die Chronografenfunktion oder auch ein ewiger Kalender, der auch heute noch als besonderes Meisterwerk der Uhrmacherkunst angesehen wird.

Armbanduhren mit Manufaktur-Kaliber

Mit diesen Qualitäten war es dem Audemars und Piguet schnell möglich in den wichtigen Metropolen der damaligen Welt eigene Filialen zu eröffnen, um den Markt der Taschenuhren breitflächig abzudecken. Durch weitere Neuerungen und hohe Qualität konnte die Marke Audemars Piguet (AP) auch in den folgenden Jahren wachsen und sich zu einer festen Größe unter den Uhrenherstellern etablieren. Nachdem beide Firmengründer 1918 beziehungsweise 1919 verstorben waren, übernahmen die Erben beider Familien das Ruder bei der Uhrenmanufaktur aus der Schweiz. Diese entschieden sich im Zuge des Aufkommens von Uhren, die am Handgelenk getragen wurden, dazu, ebenfalls Armbanduhren von hoher Wertigkeit zu produzieren.

Audemars Piguet Manufacture

Audemars Piguet Manufaktur von Thomas Leuthard (CC BY 2.0)

Zum einen unter eigenem Namen, zum anderem unter dem Namen namhafter Juweliere weltweit, wurden Uhren von hoher Qualität vertrieben, im Sinne der zeitgenössischen Uhrentrends auch durch die Verarbeitung von Edelsteinen und Edelmetallen wie Gold und Silber. Während des zweiten Weltkriegs konnte das Unternehmen viele Uhren absetzen, vor allem durch die Nachtrage der Militärs nach präzisen Chronographen und Zeitmessern.

Entwicklung von Audemars Piguet nach dem zweiten Weltkrieg

Auch nach dem zweiten Weltkrieg konnte sich Audemars Piguet weiter im Uhrenmarkt platzieren, relativ schnell lag der Fokus dann aber auch auf sehr hochpreisigen Modellen. Eines dieser Modelle, dass in der Uhrwelt als einer der großen Klassiker gefeiert wird, ist dabei die Royal Oak, die von Gérald Genua entworfen und seit 1972 als Luxusuhr verkauft wird.

Bemerkenswert bei Audemars Piguet ist, dass das Unternehmen als nahezu einziges in der Uhrenwelt ohne Unterbrechung immer noch von den Erben der damaligen Gründer besessen wird. Heute wird der Uhrenhersteller in einem Atemzug mit anderen Luxusuhrenherstellern wie Pater Philippe und A. Lange & Söhne genannt, die sich alle regelmäßig eine Art Wettrennen um die komplizierteste und begehrenswerteste Uhr überhaupt liefern.

Aktuell engagiert sich der Uhrenhersteller im Golfsport mit mehreren Markenbotschaftern, unter anderem Henrik Stenson und Lee Westwood. Auch im Segelsport ist Audemars Piguet bekannt, dort wird seit langem mit dem America’s Cup Team Alinghi zusammengearbeitet. Da Träger und Sammler wertvoller Uhren häufig auch Interesse an Kunst haben, setzt man als offizieller Partner der Art Basel auch in diesem Bereich Akzente.

Modellpalette von Audemars Piguet

Als bereits eben erwähnte bekannte Uhr von Audemars Piguet sei zuerst die seit mittlerweile mehr als 40 Jahren erhältliche Royal Oak genannt. Das Besondere an diesem Modell ist die Tatsache, dass sie als erste Luxusuhr im oberen Preissegment ein Gehäuse nicht aus Edelmetall, sondern schlicht aus Stahl besaß, was einmal mehr den sportlicheren Charakter der Royal Oak unterstreichen sollte. Die Benennung der Uhr erfolgte nach einem Schiff der britischen Flotte und das Modell zeichnet sich durch ein achteckiges Gehäuse aus, das jedoch an allen Ecken leicht abgerundet ist und so eine fließendere aber trotzdem kantige Form erhält. Wie bei einigen Uhrenmodellen von AP bot das Unternehmen im Laufe der Jahre einige Sondereditionen der Royal Oak auf den Markt, die heute bei einigen Sammlern teilweise sehr begehrt sind und entsprechende Preise für sie gezahlt werden.

Audemars Piguet Royal Oak Offshore

Die logische Konsequenz nach dem Aufkommen immer größerer und maskulinerer Uhren ist die Royal Oak Offshore, die über ein ähnliches Design wie die Royal Oak verfügt, aber sowohl größer als auch dicker gestaltet ist. Mit verschiedenen Materialien und optischen Experimenten mit exotischem Leder oder Kautschuk avancierte die Offshore zu einer der erfolgreichsten Modellen der Marke.

Die Royal Oak Offshore ist eine der beliebtesten Luxusuhren und wird von vielen Superstars getragen. Darunter sind unter anderem Arnold Schwarzenegger oder der Basketballspieler Shaquille O’Neal, für die jeweils auch Sondereditionen kreiert wurden. Mit einem Durchmesser von 42 Millimetern wirkt die Uhr nämlich auch bei kräftigeren Männerarmen nicht unterdimensioniert. Besonders bekannte Sondermodelle sind auch die “Safari” oder die “Navy“.

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Audemars Piguet Millenary

Neben diesen besonders erfolgreichen Uhren bietet Audemars Piguet auch das Modell Millenary an, die eher den klassisch-eleganten Armbanduhren zuzurechnen ist und über ein elliptisches Gehäuse verfügt, dass ein Zifferblatt mit meist römischen Ziffern einrahmt.

Die Millenary wurde unter anderem auch als spezielle Uhr mit Grande Complication und ewigem Kalender gefertigt, wobei das limitierte Modell in diesem Fall über ein Platin-Gehäuse verfügt. Durch die ovale Form erreicht diese Uhr einen Durchmesser von sogar 47 Millimetern und zählt damit schon fast zu den XXL-Uhren. Auffällig sind dabei aber auch die handwerklich exzellenten Gravuren des Werks, das meist durch einen Glasboden bestaunt werden kann.

Grande Complication und Tourbillon

Um den Liebhabern von klassischen Armbanduhren aber eine größere Auswahl anbieten zu können, wird seit mehreren Jahren auch die Jules Audemars, benannt nach einem der Gründer, hergestellt, die mit einem runden Gehäuse und Zifferblatt daherkommt, und je nach Art des Modells als Grande Complication oder auch als Tourbillion Choreograph seinen Weg zu seinen Kunden findet, wobei in diesen Ausfertigungen aber auch deutlich sechsstellige Preise aufgerufen werden. Bei diesen Uhren ist es deshalb realistischer, dass die Uhren weniger getragen als vielmehr in Safes oder Bankschließfächern aufbewahrt und nur selten zum Bestaunen hervorgeholt werden.

Kollektion Tradition

Abgerundet wird die klassische Kollektion von Audemars Piguet mit der so genannten Tradition in kissenförmiger Gehäuseform, die alle Uhrenträger mit einem Faible für quadratischere Armbanduhren zufrieden stellen soll. Seit 2008 bietet der Hersteller aus Le Brassus dieses Modell mit einer breiten Auswahl an verschiedenen Edelmetallen (unter anderem aber auch in Titan) und Funktionen an. Ebenfalls als Grande Complication oder als Tourbillion reiht sich das noch relativ junge Modell aber mit Leichtigkeit in die hohe Uhrmacherkunst der Jules Audemars ein.

Classique Kollektion

Um die Geschichte und die Anfänge der Manufaktur Audemars Piguet zu wahren, wird auch die Classique-Reihe vertrieben, welche aus den heute nur noch selten getragenen Taschenuhren bestehen. Mit Unterstreichung des eigenen Erbes werden diese Modelle ebenfalls mit den auch von der Jules Audemars bekannten Komplikationen und Sonderfunktionen versehen. Ausschließlich in Gelb- und Rotgold gefertigt, lässt sich eine Classique wahlweise in 52 oder 59 Millimetern erstehen. Anders als die meisten Armbanduhren besitzen sie zudem kein automatisches Werk mit Rotor, sondern werden per Hand an der Krone aufgezogen.

Weiterführende Links

Anschrift

Audemars Piguet & Cie SA
Route de France 16
1348 Le Brassus, Schweiz

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Letzte Aktualisierung am 14.06.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API