Schweizer Automatikuhren: Mechanik als Antrieb

Die Schweiz steht wie kein zweites Land für hochwertige Automatikuhren. Dabei in den 1970er und 1980er Jahren überhaupt nicht gut aus für Armbanduhren mit mechanischem Antrieb. Die japanischen Quarzuhren setzten der Schweizer Uhrenindustrie schwer zu. Lange sah es so aus, als ob mechanische Uhren komplett verdrängt werden würden. Doch Mitte in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gelang langsam die Rückkehr. Angeführt von Blancpain und dem charismatischen Chef Jean Claude Biver besann man sich auf die ursprünglichen Werte.

Drei der beliebtesten Schweizer Uhrenmarken, welche die Krise überleben konnten, lernst du jetzt genauer kennen. Bei jeder Schweizer Uhrenmarke stellen wir dir eine ausgewählte Automatikuhren vor.

Exkurs: Herkunft und Geschichte von Automatikuhren

Automatisch betriebene Uhren blicken auf eine lange Geschichte zurück. So finden sich Hinweise darauf, dass im bereits im späten 18. Jahrhundert automatische Taschenuhren hergestellt wurden. Eins der ersten Modelle stammte schon aus der Schweiz: Von Uhrmacher Abraham-Louis Perrelet. Die erste automatische Uhr wurde 1775 gefertigt. 1787 folgte der Abraham Louis Breguet mit einem Vorläufes des modernen Automatikuhrwerk, dessen Aufzug Perpetuelle genannt wird.

Allerdings gelten die 1920er Jahre als offizielle Geburtsstunde der heute bekannten, automatisch betriebenen Armbanduhren. Ein in der Schweiz ausgestelltes Patent im Jahr 1924 ging an den Briten John Harwood, der mit seiner zwölf Stunden laufenden Automatikuhr Geschichte schrieb. Die Technik des Briten spielte nämlich auch bei der Entwicklung der berühmten Rolex Oyster Perpetual eine Rolle, die 1931 das Licht der Welt erblickte und bis heute als Kultmodell gilt.

Eigenschaften der Schweizer Automatikuhren

Schweizer Automatikuhren werden wie alle automatischen Modelle durch Bewegungen angetrieben. Externe Energiequellen wie Batterien oder Sonnenlicht sind nicht notwendig. Abhängig von der Fertigungsart der Uhr und der Lebensweise des Trägers ist eine Ganggenauigkeit mit Abweichungen von -20 bis +30 Sekunden auch bei hochwertigen Schweizer Automatikuhren mit präzisem Uhrwerk üblich. Das muss bei der Entscheidung für einen solchen Zeitanzeiger berücksichtigt werden.

Wichtiger Faktor ist bei Automatikuhren indes die sogenannte Gangreserve. Diese umschreibt die Dauer, in welcher ein zuletzt bewegtes Uhrwerk auch ohne Bewegung weiterlaufen kann. Schweizer Uhren mit Automatikantrieb haben eine maximale Gangreserve von mindestens 38 Stunden, wobei Modelle wie z.B. von Certina bis zu 80 Stunden Reserve bieten.

Die Schweizer Uhrenmarken Oris, Maurice Lacroix und Mido vereinen die Vorzüge von automatischen Uhrwerken, schweizerischer Qualität und fairen Preisen. Die drei Hersteller sind preis unterhalb des Luxus-segments angesiedelt, wobei die optisch durchaus mit teureren Marken mithalten können.

Oris – Robuste Automatikuhren für Draußen

Oris setzt vor allem auf robuste Armbanduhren, die du gut im Outdoorbereich und sportlichen Betätigungen nutzen kannst. Auffällige Fliegeruhren gehören beispielsweise ebenso zum guten Ton der Schweizer Marke wie wasserdichte Taucheruhren. Die Eleganz kommt trotz der hohen Funktionalität nicht zu kurz.

Oris Aviation Big Crown ProPilot Date

Diese klassische Fliegeruhr ProPilot von Oris verfügt über ein präzises Automatikwerk, dass natürlich in der Schweiz gefertigt wurde und mit einer Gangreserve von 38 Stunden überzeugt. Das Edelstahlgehäuse wurde durch eine leicht geriffelte Lünette verziert. Der Name Big Crown bezieht sich auf die Krone der Uhr, die größer als normal ist.

Maurice Lacroix – Junge Marke mit Automatik-Modellen

Als vergleichsweise junge Uhrenmarke gilt das Schweizer Unternehmen Maurice Lacroix. Die Marke legt den Schwerpunkt zwar überwiegend auf klassische Quarzuhren, überzeugt aber immer häufiger mit den eleganten Automatikuhren. Zu den bekannteren Serien der Marke heißen Aikon, Les Classiques, Eliros und Pontos.

Maurice Lacroix Aikon Automatik Herrenuhr

Ein klassisch-zeitloses Design, bei dem viel Edelstahl im Vordergrund steht, findest du bei der Maurice Lacroix Aikon. Die neue Herrenuhr hat ein 42 mm Edelstahlgehäuse und ein feingliedriges Armband. Ebenso interessant ist das Innere der Herrenuhr: Hier verbirgt sich ein dekoriertes Schweizer Automatikwerk mit 25 Lagersteinen, das eine Gangreserve von bis zu 38 Stunden gewährt.

Mido Automatikuhren mit Zusatzfunktionen

Schon früh entdeckte die Schweizer Marke Mido den Erfolg von Automatikuhren; schon 1944 bereicherten sie somit das Sortiment. Im gleichen Jahr feierte die Multifort ihr Debüt. Es handelt sich um eine Uhr, die ein Automatikwerk erstmals mit Wasserdichtigkeit und Stoßfestigkeit vereinte. Auch antimagnetische Eigenschaften kamen ihr zuteil. Bis heute gehört sie zu den beliebten Produkten der Marke, die ebenfalls für die bislang kleinste, gefertigte Automatikuhr verantwortlich ist.

Mido Multifort Patrimony Herrenuhr

Ein präzises „Swiss Made“ Automatikwerk ist der Kern dieser elegant-klassischen Uhr mit 25 Lagersteinen. Die Gangreserve von bis zu 80 Stunden bei vollständiger Ladung ist ein besonderer Pluspunkt.

Auch deutsche Automatikuhren begeistern

Wer bei den Schweizer Modellen nicht fündig wird, sollte sich einmal den deutschen Uhrenmarkt anschauen. Deutsche Automatikuhren gelten in der Branche zwar als kleine Nachzügler; sie gibt es etwa seit den 1950er Jahren, als mit Junghans eine der ersten deutschen Uhrmachermarken auf den neuen Antrieb setzte. Dennoch stehen sie heute in puncto Qualität den Schweizer Automatikuhren in nichts nach.

So konnten sich weitere Firmen wie das Sachsener Traditionsunternehmen Union Glashütte rasch im Automatikbereich einen Namen machen: Die hochwertigen Automatik-Chronographen sind bis heute ein beliebtes Produkt und lassen dem Uhrenfreund stets die Wahl zwischen elegant und auffällig.

Letzte Aktualisierung am 20.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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