Wenn du dich also für eine Automatikuhren interessierst, oder dich mit mechanischen Uhrwerken beschäftigst, wirst du immer wieder über den Begriff Kaliber stolpern. Das Kaliber bei Uhren wird bei mechanischen Uhrwerken verwendet und hat zwei unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen werden damit Baureihen bezeichnet. Außerdem wird damit die Werksgröße (Durchmesser) in Linien angegeben.

Beide Bedeutungen und einige der bekanntesten Kaliber lernst du jetzt genauer kennen.

Linien und Uhrwerk-Bezeichnung

In der Uhrmacherei bedeutet das Kaliber die Größe eine Uhrwerks. Sie wird in alten Längenmaßen wie Linie und Size angegeben und ja Bauweise bezeichnet als Lépine- oder oder Savonnettekaliber, zum Beispiel 10 1/2“‘ = 10,5 Linien oder 23,69 mm Durchmesser.

Zum zweiten ist das Kaliber die Baureihe und eindeutige Bezeichnung eines mechanischen Uhrwerkes. Dazu kommt die Angabe des dazugehörigen Herstellers wie ETA 2892–A2. Das ist ein mechanisches, automatisches Uhrwerk, mit kugelgelagertem Rotor und Sekundenstopp aus der Schweiz, das viele Hersteller verwenden.

Linien & Ligne

Das alte französische Längemaß Ligne (Linie) wird verwendet um den Durchmesser des Uhrwerks zu messen. Eine Linie misst 2,256 mm. Schweizerische Fabrikanten von Taschenuhren führten diese Bezeichnung in Europa ein und dadurch wurde das Maß auf der ganzen Welt bekannt. Die „Pariser Linie“ wird außerdem bei Goldschmieden, Juwelieren und Optikern verwendet.

Typische Größen für Uhrwerke sind:

Omega Calibre 1863

Omega Calibre 1863 von Shane Lin (CC BY-NC 2.0)

Bezeichnung von Uhrwerken

Die zweite Verwendung des Begriffs Kaliber dient zur Bezeichnung eines Uhrwerks. Um Uhrwerke eindeutig zu unterscheiden werden diese mit einem Kaliber, wie z.B. ETA 2824-2, angegeben. Bei der Reperatur oder Wartung eines Uhrwerks lassen sich so die passenden Ersatzteile leichter bestellen und es ist zweifelsfrei klar, um welches Werk es sich handelt.

ETA Uhrwerke

ETA Uhrwerke sind die weltweit am meisten eingesetzten mechanische Uhrwerke. Das bekannteste ETA 2824-2 gibt es seit 1982. Das Patent ist mittlerweile ausgelaufen und das Werk wird inzwischen 1 zu 1 kopiert wie z.B. das Sellita SW200. Das Kaliber besitzt einen automatischen Aufzug sowie einen kugelgelagerten Zentralrotor. Er zieht in beide Richtungen auf. Das Werk kommt in vier Qualitätsstufen, deren Abmessungen und Funktionen bei allen identisch sind. Das Uhrwerk wurde weiterentwickelt in den letzten 30 Jahren bei unveränderten technischen Daten. Die neuesten Modelle bieten etwas mehr Gangreserve. Die Qualitäten sind Standard, Elaboré, Top und Chronomètre.

Die Serie Mecaline umfasst 11 mechanische ETA Uhrwerke einschließlich zwei Taschenuhr-Kaliber mit Handaufzug, die Werke: 6497-1 und 6498-1. Es sind einfach mechanische Uhrwerke.
Die wichtigsten sind:

  • ETA 2671, 17,2 mm, ein Automatik-Uhrwerk mit Stunde und Minute und Zentralsekunde und Datum mit Korrektur sowie Sekundenstoppvorrichtung
  • ETA 2824-2,25,6 mm ein absolut zuverlässiges Uhrwerk, Panzer genannt
  • ETA 2836-2, 25,6 mm
  • ETA 2834-2, 29,0 mm, Datum auf 3 Uhr sowie Tag aussen auf 12 Uhr

Bei der Chronographen-Familie befinden sich sieben ETA Chronographen-Uhrwerke zwischen 28,0 und 30,0 mm. Mecalin Specialities Familie besteht aus 14 Uhrwerken mit Zusatzfunktionen wie 24-Stunden, Zeitzone oder Gangreserve. Seit 1999 ist das flache Automatikuhrwerk im Angebot: ETA 2892A2, das nur 3,6 mm Bauhöhe aufweist und deshalb gerne verwendet wird mit Aufbauten.

Das Uhrwerk – Der mechanische Antrieb

Ein traditionelles mechanisches Uhrwerk ist bei einem großen Uhrwerk sehr gut in seinen Einzelteilen zu erkennen. Da ist zunächst der Energiespeicher. Das ist bei großen Uhren meist ein Antrieb mittels Gewichten, bei Armbanduhren gab es eine Feder, die über eine Aufzugskrone gespannt wurde. Die Feder besteht aus gehärtetem Stahl und hat weichgeglühte Anfangs- und Endösen. Das Federwerke besitzt oft ein Malteser-Sperrwerk, das die Umdrehungen begrenzt, damit man es nicht überdreht. Ein Gewichtsantrieb mit einer Kette wird manuell, mit einer Kurbel sowie einem Elektromotor aufgezogen.

Automatikuhrwerk

Die Automatikuhr besaß früher eine Pendelschwungmasse. Heute wird sie mit einem kugelgelagerten Rotor in beiden Richtungen aufgezogen. Der Rotor ist als Halbkreis ausgebildet und exzentrisch gelagert, so kann er sich durch seine Trägheit, wenn er senkrecht zur Achse steht, um 180 Grad drehen. Das funktioniert sogar bei Schwerelosigkeit. Ist die Uhr voll aufgezogen, verhindert eine Rutschkupplung ein Überdrehen. Das Automatikuhrwerk punktet durch einfaches Handling, spannt die Feder immer gleichmäßig und hat auch einen gleichmäßigeren, ganggenaueren Lauf als die mechanische Uhr.

Zeigern und Springzahlen

Ein einfaches Uhrwerke besitzt einen Stunden- sowie einen Minutenzeiger über dem Zifferblatt. Aufwändigeren Uhrwerken zeigen Funktionen wie Sekundenzeiger und Datumsanzeige und Wochentag und Weckfunktionen und Stoppuhr und Mondphase. Es gibt Uhren mit nur einem Stunden-Zeiger wie bei der Einzeigeruhr oder drehende Scheiben zur Anzeige unter einem Ausschnitt wie bei einer Scheibenuhr.

Das Zeigerwerk

Bei der Analoguhr wird die Zeit mittels Zeigern angezeigt, die über ein Zeigerwerk bewegt werden. Es besteht aus drei Zeigern:

  • Das Viertelrohr für den Minutenzeiger
  • Das Stundenrad für den Stundenzeiger
  • Ein Wechselrad verbindet den Minutenzeiger mit dem Stundenzeiger

Hemmung

Die Hemmung ist für die Ganggenauigkeit in der Räderuhr verantwortlich. Der Gangregler greift mit dem Hemmstück in das Hemmrad ein und hält die Uhr periodisch an. Auf der anderen Seite bekommt er die Energie, damit die Uhr weiter läuft.

Schwingsysyem

Das Schwingsystem basiert aus dem hin- sowie herdrehenden Unruhreif der Unruhwelle , der Spiralfeder und der Gangregulierung, oder Rücker. Damit kann die Schwingeigenschaft der Spiralfeder fein eingestellt werden und der korrekte Gang der Uhr gewährleistetet. Das ist der Fall, wenn eine genau ausgewuchtete Unruh gleichmäßig hin- und her schwingt. Die benötigte Kraft wird vom Federhaus über das Räderwerk zur Verfügung gestellt. Die Hemmung führt sie über das Ankerrad und eine Hebelscheibe an das Schwingungssystem, sodass Hemmen und Freigeben stets gleich ablaufen. Der Unruh wird so eine Frequenz vorgegeben, auf der auch das Untersetzungsverhältnis der Räder basiert. In modernen Armband- und Wohnraumuhren verwendet man heute Schwingquarze als elektronische Taktgeber.

Geschichte der Uhrwerke

Der Mensch teilt sich seinen Tagesablauf ein. So ist die Zeit ein wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens. Schon im Altertum teilten die Menschen die Zeit in Stunden ein mittels Wasseruhren. Im Mittelalter gab es an Türmen bereits Glockenzeichen, die wichtige Zeiten ankündigten. Da waren allerdings Sonnen- und Wasseruhren nicht mehr genau genug. So wurden Uhren mit einem Getriebe und Rädern verwendet. Erst die Erfindung der Hemmung brachten den Durchbruch, die ein Räderwerk ermöglichte. Die Hemmung verbindet das Räderwerk mit dem Gangregler. Sie hält das Werk periodisch an und sorgt damit für eine Ganggenauigkeit. Gleichzeitig bekommt sie Energie, damit die Uhr nicht stehen bleibt.

Räderuhr und Taschenuhren

Um 1335 wurde erstmals die Räderuhr urkundlich in Mailand erwähnt. Zunächst wurden Uhren von Schlossern oder Büchsenmachern gefertigt sowie repariert, die sich im Hochmittelalter zu Zünften organisieren. daraus entstanden Meister der Uhrmacher. Bereits um 1450 sind bereits Uhrmacherzünfte bekannt. In der Renaissance beeinflussten zwei Entwicklungen die Uhrmacherei: die Uhren bekamen Gehäuse, die manchmal vom Design wichtiger als die Zeitmessung waren und durch neue Materialien konnten die Uhren kleiner werden. Man hatte nun Messing für die Räder und entwickelte die Feder. Mitte des 14. Jahrhunderts kommen Taschenuhren mit Spindelhemmung und im 19. Jahrhundert begann die industrielle Massenfertigung preiswerter Taschenuhren.

Quarzuhren

Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die ersten elektromechanische Quarzuhren. Die Quarzuhr ist eine elektronische Uhr, bei der der elektronische Quarzoszillator den Takt vorgibt. Die erforderliche Frequenz in den Quarzuhren erzeugt ein Uhrenquarz, das ist ein Schwingquarz mit 32.768 Hz.

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